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ZfS, Jg. 38, Heft 6 (2009)

Der „Globalmanager“ als neuer Managertypus? Eine Fallstudie zu Transnationalisierungsprozessen im Management

Ursula Mense-Petermann, Matthias Klemm

Zusammenfassung: Der Beitrag nimmt die in der amerikanischen Management-Literatur forcierten „starken“ Thesen zur Herausbildung des „Globalmanagers“ als neuem Managertypus und einer transnationalen Elite solcher Globalmanager („Weltklasse“, Kanter 1996) zum Ausgangspunkt einer auf der Ebene der Organisation ansetzenden und Auslandseinsätze mittlerer Manager fokussierenden Analyse von Transnationalisierungsprozessen im Management. Am Fallbeispiel des Volkswagen-Konzerns wird das Verhältnis des – von der Managementliteratur entworfenen – normativen Leitbildes des Globalmanagers zur empirisch zu beobachtenden Transnationalisierung des Managements untersucht. Dabei zeigt sich, dass das von der praxis- und beratungsnahen Managementliteratur propagierte Leitbild des Globalmanagers durchaus von der Organisation auf- und angenommen wird, nämlich auf der Ebene von talk (Brunsson 1989). Wir argumentieren, dass diese Semantik nicht ohne Folgen für Prozesse der Transnationalisierung des Managements bleibt, ohne jedoch für die Herausbildung einer homogenen Managerklasse à la Kanter zu sorgen.