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ZfS, Jg. 45, Heft 3 (2016)

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Berufliche Höherqualifizierung durch Aufstiegsfortbildung – eine zweite Chance auch für Frauen?

Anja Hall

Zusammenfassung: Wer in Deutschland eine duale Berufsausbildung absolviert hat, kann auch ohne Hochschulzugangsberechtigung Positionen erreichen, die in anderen Ländern ausschließlich von Akademiker/-innen besetzt werden. Von Frauen wird diese „zweite Chance“ durch eine Aufstiegsfortbildung sehr viel seltener genutzt als von Männern. Warum dies so ist, wird anhand der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 untersucht. Im Fokus der Analysen stehen drei Erklärungsfaktoren: Karriereaspirationen (Präferenzen), familiäre Verpflichtungen (Restriktionen) und der erlernte Beruf (Opportunitäten). Im Ergebnis zeigt sich, dass Kinder und eine Ausbildung in einem geschlechtstypischen Beruf den Geschlechtereffekt moderieren, weshalb konditionale Effekte betrachtet werden müssen: Für Männer steigt und für Frauen sinkt die Wahrscheinlichkeit für berufliche Höherqualifizierung mit Kindern sowie mit einer Ausbildung in einem geschlechtstypischen Beruf. Bei relativ gleichen beruflichen Ausgangsbedingungen (Mischberufe) weisen kinderlose Frauen und Männer eine vergleichbare Teilnahmewahrscheinlichkeit auf, für Mütter ist diese auch dann signifikant geringer.

Schlagworte: Aufstiegsfortbildung; berufliche Höherqualifizierung; betriebliche Ausbildung; Frauenberufe; Chancengleichheit