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ZfS, Jg. 45, Heft 3 (2016)

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Finanzialisierung als ‚Investifizierung‘: Innova­tionsarbeit und Portfolio­-Arbeitsorganisation

Hajo Holst

Zusammenfassung: Anhand einer Intensivfallstudie in der Forschung & Entwicklung eines Automobilunternehmens untersucht der Beitrag die Folgen der Finanzialisierung für die Organisation von Innovationsarbeit in Nicht-Finanzunternehmen. Sichtbar werden die Konturen einer neuen Arbeitsorganisation, die von einem auf Dauer gestellten Einsatz externer Innovationsarbeitender und einer variablen Arbeitsteilung zwischen internen und externen Arbeitskräften gekennzeichnet wird. Mit Hilfe eines konventionensoziologischen Ansatzes wird gezeigt, dass die emergente Portfolio-Arbeitsorganisation auf einer neuen Taxonomie von Arbeit beruht, die wiederum in einer spezifischen Tiefenwirkung der Finanzialisierung verankert ist: der ‚Investifizierung‘ von Organisationsentscheidungen. Interne Entscheidungen werden zunehmend auch als Investitionen gerahmt und anhand ihrer Erträge bewertet. Für die Organisation der Innovationsarbeit heißt dies, dass von den Festangestellten nur noch jene Tätigkeiten verrichtet werden sollen, denen die Fähigkeit zugeschrieben wird, langfristig den Unternehmenswert zu vergrößern.

Schlagworte: Finanzialisierung; Soziologie der Konventionen; Externalisierung; Flexibilisierung; Wirtschaftssoziologie; Arbeitssoziologie; Organisationssoziologie; Forschung & Entwicklung