Logo in der Kopfzeile
Kopfzeile

ZfS, Jg. 45, Heft 2 (2016)

Open Access Freier Zugang (Open Access)  Eingeschränkter Zugriff Zugang für Abonnent/innen

Erneut, warum eigentlich nicht? Replik zum Vorschlag, das Modell der Frame-Selektion zu axiomatisieren

Patrick Linnebach

Zusammenfassung: Der Beitrag kommentiert den in dieser Zeitschrift erschienenen Artikel von Tutić (2015), in dem der „Mehrwert“ einer axiomatischen Handlungstheorie  – am Beispiel des Modells der Frame-Selektion als einer Theorie, die keine axiomatische Fundierung besitzt – in zwei methodologischen Vorzügen gesehen wird: der Identifikation kontradiktorischer Beobachtungen und der Messbarkeit theoretischer Konstrukte. Der Beitrag zeigt, dass die in konstitutiver Bezugnahme auf das von Samuelson (1938) begründete Transitivitätsaxiom postulierten Vorzüge auf einem Axiomatisierungsverständnis basieren, das mit der Erwartungsnutzentheorie, so wie sie von Samuelson u. a. kongenial mit Savage (1954) axiomatisiert wurde, nicht kompatibel ist. Das hat zur Konsequenz, dass sich das Modell der Frame-Selektion in der vorgeschlagenen Weise nicht axiomatisieren lässt, führt aber zu einem kritischeren Verständnis experimentalökonomischer Arbeiten, die für die Soziologie zentrale Fragestellungen thematisieren.

Schlagworte: Entscheidungstheorie; Repräsentationstheorem; Idealtypus; Begrenzte Rationalität; Verhaltensökonomik.