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ZfS, Jg. 45, Heft 1 (2016)

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Do EU Anti-discrimination Provisions Make a Difference?

Stefan Bernhard, Sarah Bernhard

Zusammenfassung: Das Diskriminierungsverbot ist zwar ein wichtiger Grundsatz in der Europäischen Union (EU), über seine Auswirkungen innerhalb der Mitgliedsstaaten ist bisher allerdings wenig bekannt. Wir gehen davon aus, dass das Diskriminierungsverbot das Ausmaß von Lohndiskriminierung gegen EU-Ausländer auf den nationalen Arbeitsmärkten in der EU verringert. Diese Vermutung wird mit administrativen Prozessdaten überprüft, indem die Veränderungen von Lohnunterschieden zwischen vollzeitbeschäftigten deutschen und ausländischen Männern auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt mit Juhn-Murphy-Pierce-Zerlegungen analysiert werden. Die Ergebnisse stützen die Hypothese: Während die Lohndiskriminierung für die meisten untersuchten Gruppen von EU-Ausländern nach dem Beitritt ihrer Herkunftsländer zurückgegangen ist, lässt sich für die meisten Ausländergruppen aus Drittstaaten gestiegene oder konstante Lohndiskriminierung beobachten. Die europäischen Nichtdiskriminierungsregeln und die mit ihnen verbundenen Übertragungsmechanismen wirken demnach in die intendierte Richtung.

Schlagworte: Arbeitnehmerfreizügigkeit; Arbeitsmarkt; Europäische Integration; Diskriminierung; Migration; Lohnunterschiede; Politische Soziologie; Europasoziologie; Zerlegung