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ZfS, Jg. 45, Heft 1 (2016)

Erhöhen berufliche Lizenzen Verdienste und die Verdienstungleichheit?

Andreas Haupt

Zusammenfassung: Für die Ausübung einiger Berufe in Deutschland ist eine staatliche Erlaubnis, eine sogenannte berufliche Lizenz, notwendig. Es ist bisher für Deutschland ungeklärt, auf welcher Grundlage diese Form beruflicher Geschlossenheit basiert und welche Konsequenzen sie für die Verdienststruktur hat. Der Artikel beschreibt, dass berufliche Lizenzierung in komplexe Institutionen eingebunden ist, die sowohl zur Regulation des Marktzutritts als auch zur Regulation der Preisbildung für berufliche Tätigkeiten führen. Die daraus resultierenden ökonomischen Vorteile lizenzierter Erwerbstätiger lassen sich am besten als Schutz nach unten deuten. Entgegen vorherrschender Annahmen sind Verdienstvorteile in den oberen Bereichen der Verteilung geringer als in den unteren Bereichen. Dadurch wird die Verdienstungleichheit in Deutschland insgesamt gesenkt. Resultate bedingter und unbedingter Quantilregressionen auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2012 unterstützen beide Thesen.

Schlagworte: Berufliche Lizenzierung; Verdienstungleichheit; Arbeitsmarkt; un/bedingte Quantilregression.