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ZfS, Jg. 44, Heft 5 (2015)

Die Entstehung interethnischer Kontakte von Neuzuwanderern aus Polen und der Türkei in Deutschland - eine Frage der Religion?

David Ohlendorf

Zusammenfassung:

In der Debatte um die Integration von Migranten in Deutschland ist die Bedeutung von Religion zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Der Artikel geht daher der Frage nach, inwieweit Religion den Aufbau interethnischer Beziehungen unter aktuellen Einwanderern aus Polen und der Türkei in der frühen Phase nach der Ankunft in Deutschland beeinflusst. Hierzu werden Panel-Daten der SCIP-Erhebung zu Neuzuwanderern ausgewertet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Religion zumindest in den ersten Jahren in Deutschland für keine der beiden Einwanderergruppen einen entscheidenden Faktor für den Aufbau interethnischer Beziehungen darstellt. Entgegen populären Debatten zur integrationshemmenden Wirkung des Islams lassen sich zudem hinsichtlich des Ausmaßes von Kontakten zu Deutschen keine Nachteile der muslimischen Türken im Vergleich zu den katholischen Polen feststellen.

Schlagworte: Interethnische Kontakte; Religion; SCIP; Neuzuwanderer; Soziale Integration