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ZfS, Jg. 44, Heft 3 (2015)

Die Geisteswissenschaften und ihr Bildungsdiskurs. Zur Kartierung eines vernachlässigten Gebiets der Wissenschaftssoziologie

Julian Hamann

Zusammenfassung: Der Beitrag rekonstruiert die diskursive Konstruktion geisteswissenschaftlicher Bildungsbegriffe und den Wandel des geisteswissenschaftlichen Feldes seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Untersuchung zeigt anhand geisteswissenschaftlicher Selbstbeobachtungen, wie die diskursive Konstruktion von „Bildung“ einerseits auf Veränderungen des sozialen Feldes reagiert, in das der Bildungsdiskurs eingebettet ist, andererseits aber auch über Beharrungskräfte gegenüber sozialem Wandel verfügt. Die historisch stabilen Topoi einer dezidiert „freien“ und „wissenschaftlichen“ Bildung sind Elemente einer Positionierungsstrategie, die der akademischen Distinktion der Geisteswissenschaften dient. Der Artikel trägt zu einem soziologischen Verständnis der Geisteswissenschaften bei, das angesichts der einseitigen Fokussierung der Wissenschaftssoziologie auf die Natur- und Technikwissenschaften ein Desiderat darstellt.

Schlagworte: Soziologie der Sozial- und Geisteswissenschaften; Soziologie wissenschaftlichen Wissens; Diskursanalyse; Feldanalyse; Distinktion; Bildung