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ZfS, Jg. 44, Heft 2 (2015)

Freiheit versus Gleichheit? Der Einfluss der Verbindlichkeit der Übergangsempfehlung auf die soziale Ungleichheit in der Sekundarstufe

Tobias Roth, Manuel Siegert

Zusammenfassung: Verbindliche Grundschulempfehlungen werden immer wieder als Möglichkeit gehandelt, die soziale Ungleichheit beim Bildungserfolg in der Sekundarstufe zu reduzieren. Empirisch konnte dieser Effekt jedoch bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Anhand des Mikrozensus versuchen wir, diese Wissenslücke zu verkleinern. Wir vergleichen dafür zunächst für den Zeitraum von 1976 bis 2010 die Bildungsungleichheit in Bundesländern mit verbindlichen Übergangsempfehlungen mit derjenigen in Bundesländern mit unverbindlichen Übergangsempfehlungen. Daran anschließend analysieren wir die Auswirkungen des Wandels von verbindlichen zu unverbindlichen Empfehlungen in Niedersachsen im Schuljahr 1979/80 sowie von unverbindlichen zu verbindlichen Empfehlungen in Nordrhein-Westfalen am Ende des Schuljahres 2006/07. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die soziale Ungleichheit bei schulischer Platzierung in der Mitte der Sekundarstufe I nicht systematisch mit der Verbindlichkeit der Übergangsempfehlung zusammenhängt.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Bildungsungleichheit; Bildungsübergänge; Bildungserfolg; Schulsystem; Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe; Übergangsempfehlung; Mikrozensus