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ZfS, Jg. 44, Heft 1 (2015)

Mit der Straßenbahn durch Duisburg: Der Beitrag indifferenzbasierter Interaktion zur Figuration urbaner Gruppen

Jörg Hüttermann, Tino Minas

Zusammenfassung: Allen Wendungen des stadtsoziologischen Diskurses zum Trotz werden episodische Interaktionen noch immer als sekundäre Beziehungen von sekundärer Bedeutung angesehen. Ihnen wird keine formative, das Intergruppenleben prägende Kraft zugebilligt. Demgegenüber wird in diesem Beitrag herausgestellt, dass Akteure auf dem Figurationsfeld des Straßenbahnfahrens auf lokale Intergruppenbeziehungen reagieren und zurückwirken können. Ausgehend vom Fall des Straßenbahnfahrens in Duisburg wird gezeigt, dass und wie das Straßenbahnfahren unter bestimmten Bedingungen Spannungen zwischen urbanen Bevölkerungsgruppen verstärken und Individuen und Gruppen gleichermaßen aus ihrer wechselseitigen Gleichgültigkeit und Blasiertheit herausführen kann. Das Straßenbahnfahren wird zu einem eigenen Figurationsfeld mit eigenem formativem Potenzial. Dabei kommt episodischen Kategorisierungen, alltagsweltlichen Theorien (im Sinne von Elijah Andersons „folk ethnographies“), Konfliktinteraktionen und situativem Ausweichverhalten eine besondere Bedeutung zu.

Schlagworte: Stadtsoziologie; Figurationssoziologie; Öffentliche Orte; Urbane Indifferenz; Intergruppen-Figurationen; Mobilität