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ZfS, Jg. 44, Heft 1 (2015)

Mediendebatten über soziale Ungleichheit, Armut und soziale Gerechtigkeit seit 1946 und wie sie mit Einkommensungleichheit zusammenhängen

Martin Schröder, Florian Vietze

Zusammenfassung: Dieser Beitrag zeigt anhand einer quantitativen Inhaltsanalyse, dass die Printmedien Die Zeit, Der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung seit Ende der 1940er Jahre in synchroner Art und Weise über soziale Ungleichheit, Armut und soziale Gerechtigkeit berichten. Zwar geschieht dies je nach Presseorgan in unterschiedlichem Umfang, doch die Berichterstattung unterliegt gemeinsamen Schwankungen, welche auf einen presseübergreifenden Diskurs zu sozialer Ungleichheit hindeuten. Dies lässt sich damit erklären, dass die gemeinsame Berichterstattung mit der Entwicklung der tatsächlichen sozialen Ungleichheit einhergeht. Diese Ergebnisse widersprechen der Sichtweise, dass öffentliche Debatten über soziale Probleme von tatsächlichen sozialen Entwicklungen abgekoppelt seien, und unterstützen Forschung, die einen Zusammenhang zwischen Realindikatoren und Medienberichterstattung beobachtet. Sie lassen darauf schließen, dass Medien auf steigende soziale Ungleichheit reagieren und dadurch auf soziale Problemlagen aufmerksam machen.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Gerechtigkeitsforschung; Medienberichterstattung; Agenda Setting; Quantitative Inhaltsanalyse; ARIMA; Zeitreihenanalyse