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ZfS, Jg. 43, Heft 6 (2014)

Niklas Luhmanns Systemtheorie und Kriege

Markus Holzinger

Zusammenfassung: Der Text reagiert auf in den letzten Jahren vorgelegte Beiträge, eine Soziologie des Krieges im Rahmen der Luhmann’schen Theorie gesellschaftlicher Differenzierung zu entfalten. Der jüngste Beitrag hierzu in dieser Zeitschrift stammt aus Barbara Kuchlers Feder (ZfS 6/2013) und ist die komprimierte Version ihrer Dissertation, in der Kuchler den Krieg der modernen Gesellschaft insbesondere unter dem Gesichtspunkt funktionaler Differenzierung erörtert. Sie steht damit in der Tradition der (liberalen) Modernisierungstheorie, die funktionale Differenzierung stets als dominante gesellschaftliche Differenzierungsform der modernen „Weltgesellschaft“ konzipiert hat. Der vorliegende Beitrag untersucht Kuchlers systemtheoretische Kernthesen und zeigt, dass dem behaupteten Verhältnis von funktionaler Differenzierung und Krieg grundsätzlich mit Skepsis zu begegnen ist. In kritischer Auseinandersetzung mit Kuchler werden Grenzen der Theorie funktionaler Differenzierung und bleibende Herausforderungen historisch-soziologischer Forschung zur Rolle des Krieges in der Moderne identifiziert.

Schlagworte: Gesellschaftstheorie; Funktionale Differenzierung; Krieg; Asymmetrischer Krieg; Gewalt; Imperium; Militär; Modernisierung; Systemtheorie; Staatszerfall; Terrorismus; Weltgesellschaft