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ZfS, Jg. 43, Heft 5 (2014)

Das schriftliche Interview in der qualitativen Sozialforschung

Daniela Schiek

Zusammenfassung: Der Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen schriftlicher Interviews in der qualitativen Sozialforschung. Als reaktives Verfahren qualitativer Datenerhebungspielt das schriftliche Interview in der Forschungspraxis sowie in Methodenbüchern bisher eine eher randständige Rolle. Auch finden sich keine systematischen methodologischen Reflektionen zu den Funktionen und Einsatzmöglichkeiten schriftlicher, heute meist computer- und internetbasierter Forschungskommunikation. Der Beitrag argumentiert, dass es sich bei der schriftlichen Forschungskommunikation um ein Erhebungsverfahren handelt, mit dem spezifische Daten gewonnen werden und das spezifische Funktionen erfüllt: Mit ihr können Erfahrungen vergegenständlicht werden, die spontan und vis-a-vis (noch) nicht verbalisiert werden können. Der qualitativen Sozialforschung können schriftliche Interviews damit beispielsweise Zugang zu Prozessen der „unmittelbaren“ Erlebnisverarbeitung und zu Erfahrungen an den Grenzen der Sozialität bieten.

Schlagworte: Forschungsmethoden; Qualitative Forschung; Interviews; Schriftliche Befragungen; Online-Forschung