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ZfS, Jg. 43, Heft 5 (2014)

Die Entwicklung bildungsspezifischer Ungleichheiten in der Arbeitsmarktpartizipation von Müttern in der Schweiz zwischen 1970 und 2010

Lena Liechti

Zusammenfassung: Der Beitrag untersucht für die Schweiz, ob die zunehmende Erwerbsintegration von Müttern in Paarhaushalten von zunehmenden bildungsspezifischen Ungleichheiten im Erwerbsverhalten begleitet wird. Mit Daten der Eidgenössischen Volkszählung 1970–2000 und der Strukturerhebung 2010 kann gezeigt werden, dass die Erwerbsquote bei besser gebildeten Müttern besonders deutlich angestiegen ist. Gleichzeitig hat das Bildungsniveau des Partners weiterhin einen negativen Einfluss auf die Erwerbsintegration von Müttern. Das Bildungsniveau der Mütter kann den stärkeren Anstieg von Teilzeitarbeit in höheren Bildungsschichten erklären, während die Bildungseffekte des Partners eine stärkere Zunahme der mütterlichen Vollzeiterwerbstätigkeit in bildungsarmen Familien zur Folge haben. Da es der Erwerbsarbeit von Müttern im schweizerischen Kontext weiterhin an institutioneller Unterstützung fehlt, dürften bildungsspezifische Divergenzen im Erwerbsverhalten von Müttern fortbestehen.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Bildung; Erwerbspartizipation; Mutterschaft; Familienmodelle; Schweiz