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ZfS, Jg. 43, Heft 1 (2014)

Nutzung und Effektivität privat bezahlter Nachhilfe im Primarbereich

Nicole Luplow, Thorsten Schneider

Zusammenfassung: Aus dem Modell der Bildungswahl und Colemans Ansatz zu innerfamilialem Sozialkapital werden Hypothesen zur Inanspruchnahme von privat bezahlter Nachhilfe abgeleitet und mithilfe logistischer Regressionsmodelle überprüft. Datengrundlage ist eine Panelstudie im Grundschulbereich. Nachhilfe wird in der vierten Jahrgangsstufe umso eher nachgefragt, je geringer die schulischen Leistungen ausfallen. Die Hypothesen zur Bildungsmotivation, zu innerfamilialen Unterstützungsmöglichkeiten als Alternative zu Nachhilfe und zu den finanziellen und zeitlichen Ressourcen konnten weitestgehend nicht bestätigt werden. Bezüglich der Wirkung von Nachhilfeunterricht auf die Kompetenzzunahme in Deutsch oder Mathematik weisen Schüler mit Nachhilfe keine stärkeren Zuwächse auf als Schüler einer Kontrollgruppe. Im Grundschulbereich führt Nachhilfe zu keiner Verstärkung sozialer Disparitäten, weil sie weder von im Bildungssystem privilegierten Gruppen häufiger beansprucht wird, noch die Entwicklung von Kompetenzen befördert.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Bildungsungleichheit; Bildungsentscheidungen; Nachhilfeunterricht; Grundschule; Propensity Score Matching.