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ZfS, Jg. 42, Heft 6 (2013)

Fördern drohende Verluste Kooperation? Evidenz aus einem negativen Gefangenendilemma

Roger Berger

Zusammenfassung: Aus der spieltheoretischen Analyse des einmaligen Gefangenendilemmas (PD) kann abgeleitet werden, dass Kooperation sowohl aufgrund aggressiver als auch aufgrund defensiver Motive unterbleibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob in dem PD Verluste oder Gewinne verteilt werden. Aus dem Konzept der Verlustaversion folgt dagegen, dass in einem negativen PD, in dem Verluste verteilt werden, die Kooperation höher ausfallen sollte als in einem gleichwertigen positiven PD mit Gewinnauszahlungen. Szenarien und Dilemma-Situationen, in denen die entsprechenden Unterschiede von Bedeutung sein sollten, sind allgegenwärtig (z.B. Umweltprobleme, Kriege). In der präsentierten empirischen Evidenz aus Laborexperimenten mit 270 Studierenden zeigen sich jedoch keine Unterschiede in den Kooperationsraten zwischen Gewinn- und Verlustbereichen.

Schlagworte: Spieltheorie; Kooperation; Verlustaversion; Negatives Gefangenendilemma; Prospect Theory; Windfall Gains.