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ZfS, Jg. 42, Heft 2 (2013)

Transnational Human Capital, Education, and Social Inequality. Analyses of International Student Exchange

Jürgen Gerhards, Silke Hans

Zusammenfassung: Im Kontext von Globalisierungsprozessen werden Fertigkeiten wie Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen, hier zusammenfassend als transnationales Humankapital bezeichnet, immer wichtiger. Ein Auslandsaufenthalt während der Schulzeit ist eine effektive Variante, solches Kapital zu erwerben. Der klassenspezifische Zugang zu transnationalem Kapital ist weitgehend unerforscht. Im Rückgriff auf die bildungssoziologische Literatur und die Arbeiten Pierre Bourdieus entwickeln wir hierzu Hypothesen und prüfen diese mit einer Sekundäranalyse der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Die Befunde zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Auslandsaufenthaltes a) von der Kapitalausstattung des Elternhauses, b) vom kulturellen Kapital und dem Engagement des Kindes, c) der Gelegenheitsstruktur sowie d) von familiären Konflikten bestimmt wird. Dabei kommt dem Besuch des Gymnasiums eine entscheidende Filterfunktion zu. Insgesamt wird die Wahrscheinlichkeit eines schulischen Auslandsaufenthalts stark von der materiellen Ausstattung des Elternhauses bestimmt.

Schlagworte: Globalisierung; Transnationales Humankapital; Soziale Ungleichheit; Bourdieu; KHB-Dekomposition; SOEP.