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ZfS, Jg. 42, Heft 1 (2013)

Symbolische Grenzziehungen und subjektorientierte Sozialstrukturanalyse. Eine empirische Untersuchung aus einer Mixed-Methods-Perspektive

Patrick Sachweh

Zusammenfassung: Subjektorientierte Ansätze der Sozialstrukturanalyse wie die Milieu- und Lebensstilforschung beanspruchen, subjektiv bedeutsame Anker der sozialen Identifikation zu erfassen. Der Beitrag argumentiert, dass sie diesen Anspruch nur unvollständig einlçsen und schlägt das Konzept der „symbolischen Grenzziehungen“ als ergänzenden Ansatz vor. Anhand von ALLBUS-Daten und qualitativen Interviews werden lebensweltliche Identifikations- und Abgrenzungsprozesse empirisch untersucht und drei Arten symbolischer Grenzziehungen – sozioökonomische, kulturelle und moralische – in der deutschen Sozialstruktur nachgezeichnet. Während sich höhere Schichten anhand ihrer sozioökonomischen Lage und ihrer kulturellen Praktiken definieren, verweisen niedrigere Schichten auf solidarische Moralvorstellungen. Diese Selbstdefinitionen dienen zugleich der Abgrenzung, indem anderen die sich selbst zugeschriebenen Eigenschaften abgesprochen werden. Die Ergebnisse illustrieren die Mehrdimensionalität und Schichtspezifik sozialer Identifikationsprozesse und lassen sich mit sozialpsychologischen Theorien sozialer Identität erklären.

Schlagworte: Identität; Lebensstil; Milieu; Mixed-Methods; Schicht; Sozialstruktur; Symbolische Grenzziehungen; ALLBUS