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ZfS, Jg. 41, Heft 6 (2012)

Pendeln oder umziehen? Mobilitätsentscheidungen in Deutschland zwischen 2000 und 2009

Simon Pfaff

Zusammenfassung: In Deutschland nimmt die Zahl der Binnenwanderungen kontinuierlich ab, die Pendelmobilität gewinnt hingegen stetig an Bedeutung. Erwerbstätige entscheiden sich immer häufiger gegen einen Wohnortwechsel und trotz des hohen Zeit- und Kostenaufwands zum Pendeln über große Distanzen. Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Faktoren die Neigung zum Fernpendeln bzw. zur Fernwanderung beeinflussen, und geht der Frage nach, ob Fernpendeln tatsächlich einen dauerhaften Ersatz für Fernwanderungen darstellt. Die empirischen Untersuchungen basieren auf den Umfragedaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 2000–2009, die durch geographische Informationen ergänzt werden. Dies ermöglicht die unmittelbare Identifikation der Fernwanderer, ohne dass Proxy-Variablen erforderlich sind. Die Ereignisanalysen bestätigen die erwarteten Effekte: Die individuellen Eigenschaften der Erwerbstätigen, der Haushaltskontext und die regionale Infrastruktur beeinflussen die Entscheidung zum Fernpendeln und zur Fernwanderung. Außerdem wird ersichtlich, dass sich ein bedeutender Teil der Erwerbstätigen dauerhaft zum Pendeln über große Distanzen entscheidet. Die Mobilitätsform des Fernpendelns hat damit eine nachweisbare langfristige Ersatzfunktion.

Schlagworte: Mobilität; Räumliche Mobilitätsentscheidungen; Binnenmigration; Pendelmobilität; SOEP; Zeitdiskrete Ereignisanalyse