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ZfS, Jg. 41, Heft 6 (2012)

Anstieg oder Ausgleich? Die multiplikative Wirkung sozialer Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt für Filmschauspieler

Mark Lutter

Zusammenfassung: Das multiplikative Zusammenwirken zwischen geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und Erfolgsanhäufungen, der so genannte Matthäus-Effekt, ist bislang kaum Gegenstand soziologischer Forschung gewesen. Folglich ist unklar, wie sich kumulierte berufliche Erfolge im Zeitverlauf auf Karriereungleichheiten zwischen den Geschlechtern auswirken. Verstärkt der Matthäuseffekt bestehende Genderdisparitäten? Oder hebelt er sie aus? Mithilfe eines Längsschnittdatensatzes, der vollständige Karriereverläufe von über 8.000 deutschsprachigen Schauspielern im Zeitraum zwischen 1900–2010 erfasst, wird gezeigt, dass sich Erfolgsakkumulationen für Frauen vorteilhaft auswirken. Insgesamt bestehen zwar deutliche geschlechtsspezifische Ungleichheiten – Frauen haben signifikant schlechtere Chancen als Männer –, diese nivellieren sich jedoch mit der Anhäufung von Filmpreisen auf ein statistisch nicht mehr von null zu unterscheidendes Niveau. Die Ursachen könnten mit der über Erfolg gesteigerten Aufmerksamkeit zusammenhängen, die imstande ist, Opportunitäten für Benachteiligungen zu reduzieren.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Arbeitsmarkt; Matthäus-Effekt; Kumulierte Vorteile; Geschlechterungleichheit; Flexible Arbeitsmärkte; Filmschauspieler; Karrierechancen.