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ZfS, Jg. 41, Heft 3 (2012)

Space Matters. The Group Threat Hypothesis Revisited with Geographically Weighted Regression. The Case of the NPD 2009 Electoral Success

Celine Teney

Zusammenfassung: Der Zusammenhang zwischen dem NPD-Wahlerfolg bei den Bundestagswahlen 2009 und der Höhe und Veränderungen der Ausländer- und Arbeitslosenquoten wird in diesem Artikel auf der Grundlage des geographisch gewichteten Regressions-Ansatzes untersucht. Die Ergebnisse sprechen gegen die Gruppenbedrohungs-Hypothese: Die Ausländerquote ist in großen TeilenWestdeutschlands nicht signifikant, während sie eine negative und signifikante Rolle bei dem NPD-Wahlerfolg in den meistenWahlkreisen Ostdeutschlands und Nord-Bayerns aufweist. Stattdessen scheinen die Ergebnisse die Kontakt-Hypothese zu unterstützen: Ein höherer Anteil an Ausländern innerhalb eines Wahlkreises scheint zu größeren interethnischen Kontaktmçglichkeiten zu führen und somit den NPD-Wahlanteil zu reduzieren. Die Wahlkreise, die den höchsten positiven Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenquote und dem NPD-Wahlergebnis aufweisen, liegen im Grenzgebiet zwischen West- und Ostdeutschland. Die geographische Variation der Ausländer- und Arbeitslosenquoteneffekte deutet darauf hin, dass unterschiedliche Mechanismen für den Zusammenhang zwischen dem Erfolg populistischer rechtsradikaler Parteien und Ausländer- sowie Arbeitslosenquoten im Spiel sind. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der Einbindung von geographischen Variablen für soziologische Forschungen und sprechen für die Formulierung einer breiteren Forschungsagenda zur Erforschung der Mechanismen geographischer Varianz.

Schlagworte: Populistischer Rechtsextremismus; Deutschland; NPD; Gruppenbedrohung;Wahlen; Arbeitslosigkeit; Einwanderung; Geographisch gewichtete Regression