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ZfS, Jg. 40, Heft 3 (2011)

Soziale Netzwerke und Jobfindung von Hochschulabsolventen – Die Bedeutung des Netzwerktyps für monetäre Arbeitsmarkterträge und Ausbildungsadäquatheit

Felix Weiss, Markus Klein

Zusammenfassung: In diesem Artikel untersuchen wir den Einfluss sozialer Netzwerke bei der Jobfindung auf berufliche Erträge von Hochschulabsolventen beim Berufseinstieg in Deutschland. Im Gegensatz zu früheren Studien erweitern wir die Analyse, indem wir zwischen verschiedenen Typen von zur Jobfindung verfügbaren Netzwerken unterscheiden. In Übereinstimmung mit der Literatur, die sich auf den Einfluss von Beziehungskapital per se konzentriert, finden wir in unseren Analysen keine Effekte auf monetäre Erträge. Entgegen der Studie von Franzen & Hangartner (2005, 2006) ergeben sich jedoch in unseren Ergebnissen auch keine positiven Effekte auf die Adäquatheit der Stelle. Jobfindung über soziale Netzwerke erhöht sogar das Risiko einer Überqualifikation. Differenzieren wir soziales Kapital dagegen nach mehreren Arten von Netzwerktypen, z. B. danach ob Kontaktstrukturen durch berufliche Tätigkeiten während des Studiums, vermittelt über Eltern oder durch Freundschaften entstehen, ergibt sich ein vollkommen anderes Bild: Der Einfluss sozialer Netzwerke auf Eigenschaften der Arbeitsstelle unterscheidet sich in erheblichem Maße je nach der Art des Netzwerks und der Art des untersuchten Ertrags. Daraus schließen wir, dass ein homogener Effekt von Sozialkapital auf Arbeitsmarkterträge, insbesondere bei Hochschulabsolventen, nicht ersichtlich ist und folglich Studien aufschlussreicher sind, die sich auf die Wirkung bestimmter Netzwerkarten bzw. -ressourcen fokussieren.

Schlagworte: Sozialkapital; Netzwerktypen; Arbeitsmarkteinstieg; Hochschulabsolventen; Herkunftseffekte; Überqualifikation; Replikationsstudie; HIS-Panel