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ZfS, Jg. 40, Heft 2 (2011)

Autonome Technik als Herausforderung der soziologischen Handlungstheorie

Robin D. Fink, Johannes Weyer

Zusammenfassung: Die vorliegende Abhandlung entwickelt ein soziologisches Modell, welches das „Mit-Handeln“ von Technik beschreibt und in einer Weise operationalisiert, dass die Frage der Handlungsträgerschaft empirisch untersucht werden kann. Es wird gezeigt, dass die von der Actor-Network-Theory thematisierten Phänomene auch im Rahmen einer soziologischen Handlungstheorie betrachtet werden können, die sich auf das Esser’sche Modell soziologischer Erklärung stützt. Das Ergebnis ist ein Modell soziologischer Erklärung hybrider Systeme, das die Interaktion von menschlichen Akteuren und nicht-menschlichen Aktanten beschreibt. Zu dessen Überprüfung wurden Experimente in einem selbst programmierten Fahrsimulator durchgeführt. Deren Auswertung belegt, dass die Probanden den technischen Assistenzsystemen Handlungsträgerschaft zuschreiben und das Verhältnis Mensch-Technik als ein symmetrisches wahrnehmen. Zudem tendieren sie dazu, sich je nach Handlungsverteilung der Verfolgung bestimmter Ziele zu entledigen, obwohl nach den Spielregeln „humans“ und „non-humans“ gleichermaßen für die Verfolgung aller Ziele verantwortlich waren.

Schlagworte: Autonome Technik; Actor-Network-Theory; Agentenbasierte Modellierung und Simulation; Soziologische Handlungstheorie; Modell soziologischer Erklärung; Mensch-Maschine-Interaktion; Experimentelle Soziologie; Computersimulation