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ZfS, Jg. 20, Heft 1 (1991)

Die ästhetische Dimension des Parsonsschen Voluntarismus

Ronald Kurt

Zusammenfassung: Unter der Optik der ästhetischen Theorie Friedrich Schillers offenbart die voluntaristische Handlungstheorie Talcott Parsons' Gehalte, die sich für eine Theorie des ästhetischen Handelns nutzbar machen lassen. Der Voluntarismus und die Ästhetik Schillers zielen auf den Punkt, wo Handlungsdynamik und Handlungssteuerung durch einen frei bestimmten Konsens zwischen Neigung und Regel ihres Spannungsverhältnisses verlustig gehen. Allein diese Selbstbestimmung wird bei Schiller und Parsons kantianisch als Einsicht in die praktische Vernunft respektive das gesellschaftlich Gegebene gedacht. So wird Konformismus ästhetisch verklärt. Das allgemeine Handlungssystem weist einen Weg aus dieser Mißlichkeit, indem es Selbstbestimmung als kreative Reflexion sozialkultureller Gehalte kenntlich zu machen in der Lage ist. Ist diese im Handeln an Kathexis und Ausdruck gebunden, so ist eine neue harmonische Vermittlung von Neigung und Regel gestiftet, welche die differenzlose Differenz des ästhetisch-voluntaristischen Nullpunktes, in dem Handlungsdynamik und Handlungssteuerung zusammenfallen, vom Sozialkulturellen in Richtung des Persönlichen verschiebt.

Schlagworte: Ästhetik, Theorie, Kritik, Handlungstheorie, Parsons, T., Schiller, F., Voluntarismus