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ZfS, Jg. 20, Heft 1 (1991)

Bauern und Migranten - Über den Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Organisation andiner Dörfer und Stadtmigration in Peru

Harald Moßbrucker

Zusammenfassung: Der Zusammenhang zwischen der sozioökonomischen Organisation der Ursprungsdörfer und dem Prozeß der Eingliederung von Migranten an ihren Zielorten wird erst seit neuerem untersucht. In Peru, einem Land, daß eine starke Binnenmigration insbesondere in die Hauptstadt Lima zu verzeichnen hat, gibt es bezüglich dieses Problems differierende Auffassungen, die vereinfacht auf zwei gegensätzliche Thesen reduziert werden können: 1) Migranten kommen als einsame Menschen in die Stadt und müssen hier ihr Leben neu beginnen; 2) Migranten kommen in einem Prozeß kollektiver Anwanderung, sie sind sozial und ökonomisch determiniert durch ihr jeweiliges Ursprungsdorf. Im folgenden Aufsatz werden zwei Bergdörfer des Hinterlands von Lima und ihre jeweiligen Migranten in der Hauptstadt vorgestellt. Die Geschichte der Migration und der Prozeß der Eingliederung in die Stadt werden zeigen, ob die Abwanderer ihr Dorf definitiv hinter sich lassen, oder ob vielmehr ein Zusammenhang - und welcher - zwischen der sozioökonomischen Beschaffenheit des Ursprungsdorfes und der ökonomischen und sozialen Anpassung der Migranten an städtische Muster existiert.

Schlagworte: Migration, Entwicklungsland, Lateinamerika, Andenraum, Südamerika, Peru, Bauer, soziale Integration, Dorf, Stadt-Land-Beziehung, sozioökonomische Struktur