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ZfS, Jg. 19, Heft 5 (1990)

Interaktionsstress - Zum Problem der Gefühlsregulierung in der modernen Gesellschaft

Bernhard Badura

Zusammenfassung: Zwischenmenschliche Prozesse bilden eine wichtige Ursache für Streß insbesondere im Bereich personenbezogener Dienstleistungsarbeit. Bei Anbietern dieser Leistungen in Krankenhäusern, Schulen oder in der Sozialarbeit besteht das Risiko emotionaler Überforderung bedingt durch die Notwendigkeit, permanent auf Kosten eigener auf Gefühle anderer eingehen zu müssen. Interaktionsstreß kann, insbesondere bei seiner Chronifizierung, das seelische und körperliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen mit entsprechenden negativen Folgen für Leistungsfähigkeit, Arbeitszufriedenheit und Gesundheit. Der Aufsatz argumentiert für ein ganzheitliches Menschenbild in der Soziologie und skizziert Ansätze für eine Makro- und Mikrosoziologie der Gefühle. Er legt nahe, daß zukünftig in der Streßforschung und bei der Beschäftigung mit den sozialen Bedingungen und Folgen positiver und negativer Gefühle Soziologen und Psychologen stärker zusammenarbeiten sollten.

Schlagworte: Emotionalität, Teamarbeit, Stress, Dienstleistung, Interaktionsmuster, Menschenbild, Psychologe, Soziologe