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ZfS, Jg. 19, Heft 2 (1990)

Aspekte des Vertrauens in Institutionen - Westeuropa im Querschnitt der internationalen Wertestudie 1981

Herbert Döring

Zusammenfassung: Niedriges Vertrauen in etablierte Institutionen läßt sich - auch - als rationale Skepsis auffassen, in der sich illusionslose Befürchtungen über einen Amtsmißbrauch mit dem wertgeprägten Glauben an Grund- und Freiheitsrechte und an den Rechtsstaat verbinden. Aus dieser Annahme werden einige Folgerungen abgeleitet und in einer (naturgemäß begrenzten) Sekundäranalyse des 'European Values Survey' von 1981 überprüft. Es zeigt sich, daß höher Gebildete den meisten Institutionen gegenüber generell ein geringeres Vertrauen äußern als Gleichaltrige mit nur Elementarschulbildung. Aber selbst dann, wenn Gebildete sich als 'links' einstufen und jugendlich (und darum besonders institutionenkritisch) sind, bringen sie denjenigen Institutionen, die als Wächter liberaler Demokratie aufgefaßt werden können - nämlich Parlament, Presse und Justiz - ein höheres Vertrauen entgegen als ihre Altersgenossen ohne höhere Bildung. Bemerkenswert ist die (mit wenigen marginalen Ausnahmen) länderübergreifende Gleichförmigkeit dieser Haltung, in der sich Grundmuster modernen Demokratieverständnisses ausdrücken dürfte.

Schlagworte: Bevölkerung, Presse, Einstellung, Demokratie, Bildungsniveau, Parlament, Demokratieverständnis, Westeuropa, politische Institution, Justiz, Wertorientierung, Vertrauen