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ZfS, Jg. 18, Heft 6 (1989)

Die Eingliederung der zweiten Generation. Zur Erklärung "kultureller" Differenzen

Hartmut Esser

Zusammenfassung: Gegenstand des Beitrags ist die Erklärung von Unterschieden in Sprachkenntnissen und interethnischen Freundschaften bei jugoslawischen und türkischen Arbeitsmigranten der ersten und zweiten Generation. Das theoretische Ausgangsmodell erklärt diese Prozesse als kombinierte Folge von (latenten) Interessen und (faktischen) Handlungs-Beschränkungen. In Abhängigkeit theoretischer Annahmen über die Verteilung der Handlungsbeschränkungen nach Handlungstypen (Spracherwerb als 'absolute', Freundschaftswahl als 'relationale' Handlung) und Kontexten (Nationalität, Schulsituation, kulturelles Milieu im Elternhaus) ergeben sich unterschiedliche statistische Modelle für die Wirksamkeit der Verminderung von Handlungs-Beschränkungen. Die Konfrontation der theoretisch begründeten statistischen Modelle mit empirischen Daten zeigte die Haltbarkeit der theoretischen Überlegungen. Es wurde deutlich, daß sich 'kulturelle' Differenzen in der Eingliederung nahezu restlos durch Unterschiede von Kollektiven (Nationalität, Generation) in strukturellen Begrenzungen erklären lassen.

Schlagworte: ausländischer Arbeitnehmer, soziale Integration, ethnische Gruppe, Enkulturation, Freundschaft, Generation, Vergleich, Jugoslawe, zweite Generation, Spracherwerb, Türke, erste Generation