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ZfS, Jg. 18, Heft 5 (1989)

Evaluation einer legislativen Maßnahme. Ein Beispiel für den Einsatz von Zeitreihenanalysen in der Evaluationsforschung

Margret Rottleuthner-Lutter

Zusammenfassung: In den letzten Jahren haben Zeitreihenanalysen verstärkt Eingang in die Evaluationsforschung gefunden. Man setzt sie dort ein, wenn untersucht werden soll, wie sich ein Ereignis (Intervention) über die Zeit hin ausgewirkt hat. Zwei Umstände dürften für diese neuere Entwicklung in der Evaluationsforschung ausschlaggebend gewesen sein: Die Konzeption von quasi-experimentellen Untersuchungsplänen, insbesondere die des sog. 'interrupted time series'-Quasi-Experiments sowie die Entwicklung und Verbreitung der Box-Jenkins-Methode, einer dynamischen Analyseform zur Auswertung von Meßwiederholungsdaten. - Bei der Evaluierung des 'Gesetzes zur Vereinfachung und Beschleunigung gerichtlicher Verfahren' wurden im größeren Umfang Zeitreihenanalysen eingesetzt. Die sog. Vereinfachungsnovelle trat am 1.7.1977 bundesweit in Kraft, sie beinhaltet eine grundlegende Neustrukturierung des formalen Verfahrensablaufs bei Zivilprozessen. Eines der dabei vom Gesetzgeber angestrebten Reformziele ist die Verkürzung der Dauer von Gerichtsverfahren. Die vorliegende Studie bezieht sich vor allem auf dieses Reformziel. An seinem Beispiel wird gezeigt, wie sich das 'interrupted time-series'- Quasi-Experiment und die Box-Jenkins-Methode in der Evaluationsforschung nutzen lassen

Schlagworte: Analyse, Reform, Wirkungsanalyse, Regressionsanalyse, Evaluation, Gerichtsverfahren, Zeitreihe, Prozessordnung, Zivilprozess