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ZfS, Jg. 18, Heft 2 (1989)

Christian Garve und das Ende der Glückseligkeitslehre

Gerhard Vowinckel

Zusammenfassung: Die Fallstudie erinnert an den Popularphilosophen Christian Garve (1742-1798), einen hervorragenden soziologischen Beobachter und Analytiker. Sie untersucht, warum das Paradigma seiner Soziologie, die Glückseligkeitslehre, am Ende des achtzehnten Jahrhunderts durch ein neues Paradigma aus dem Felde geschlagen wurde, zu dem auch der Idealismus Kants und seiner Anhänger gehört. Nach Bemerkungen über Leben und soziologische Arbeiten Garves wird seine Auseinandersetzung mit Kant beschrieben. An ihr werden einige charakteristische kognitive Veränderungen im Übergang von einer realistisch-verantwortungsethischen Betrachtung von Mensch und Gesellschaft zu einer metaphysisch-gesinnungsethischen gezeigt. Der moralische und wissenschaftliche Paradigmenwechsel wird in Beziehung gesetzt zur moralischen Integration der Staatsgesellschaften und zu den sozialen Lebensbedingungen des deutschen Bürgertums.

Schlagworte: Theorie, soziologische Theorie, Bürgertum, Moral, Gesellschaftslehre, Glück, Nutzen, Kant, I., Machiavellismus, 18. Jahrhundert, Hedonismus