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ZfS, Jg. 18, Heft 1 (1989)

Über gesellschaftlichen Wandel, AIDS und die Beurteilung der Homosexualität als moralisches Vergehen

Karl-Heinz Reuband

Zusammenfassung: Auf der Grundlage bundesweiter Umfragen aus den Jahren 1970, 1982 und 1987 wird die Beurteilung der Homosexualität untersucht. Danach ist der Liberalisierungstrend, der in den 70er Jahren zu beobachten war, in den 80er Jahren zu einem Stillstand gekommen. Das Auftreten von AIDS und das Überwiegen von Homosexuellen unter den AIDS-Kranken hat vermutlich zu einem gewissen Umkehrtrend in der Beurteilung geführt. Von einer dramatischen Veränderung der Situation und einer Renaissance früherer Verhältnisse ist jedoch nichts zu erkennen. Überproportional beteiligt sind an der veränderten Bewertung vor allem die jüngeren Befragten: sie sind wichtige Träger der Liberalisierung in den 70er Jahren. Sie aber scheinen es auch zu sein, die unter dem Eindruck der AIDS-Gefährdung in den 80er Jahren die Homosexualität wieder stärker moralisch verurteilen.

Schlagworte: Änderung, Bevölkerung, Einstellung, Beurteilung, Moral, sozialer Wandel, Homosexualität, Sexualität, Infektionskrankheit, Liberalisierung