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ZfS, Jg. 18, Heft 1 (1989)

Wertfreiheit - Eine Studie zu Max Webers kulturwissenschaftlichem Formalismus

Gerhard Wagner, Heinz Zipprian

Zusammenfassung: Während man gemeinhin unter Wertfreiheit ein wissenschaftsethisch inspiriertes Gebot zur Trennung von Tatsachen- und Werturteilen versteht, stellt die vorliegende Studie Max Weber's Wertfreiheitspostulat in einen anderen, epistemologischen Kontext. Die epochale Erfahrung des Historismus, die die Entwicklung des soziologischen Denkens im Deutschland der Jahrhundertwende maßgeblich beeinflußt, konfrontiert auch Weber mit dem Problem der Standortgebundenheit allen Wissens, d. h. mit der Frage der Objektivität wissenschaftlicher Erkenntnis. Die Lösung, die Weber in seinen Schriften zur Methodologie der Sozialwissenschaften entwirft, nämlich: sein Wertfreiheitsbegriff, läßt, wie wir zeigen werden, seine neukantianischen Prämissen hinter sich und stellt einen ersten Schritt zu einem rein formalistischen Verständnis von Soziologie dar.

Schlagworte: Soziologie, Wissen, Erkenntnis, Wertfreiheit, Objektivität, Weber, M., Wissenschaft, Wissenschaftsverständnis