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ZfS, Jg. 17, Heft 4 (1988)

Informeller Sektor oder Marktwirtschaft? - Märkte und Händler in Bangkok

Rüdiger Korff

Zusammenfassung: Das rapide Wachstum der Großstädte in der Dritten Welt wirft die Frage auf, wie die städtischen Massen versorgt werden können. Da der Staat Lücken der Versorgung nicht beheben kann und die Privatunternehmen nur die Bereiche der Versorgung organisieren, die profitabel sind, bleiben Nischen bestehen, die von Teilen der urbanen Bevölkerung genutzt werden können, um ein Einkommen zu schaffen. So entsteht ein Marktsystem, das sehr differenziert und heterogen ist. Macht und Handlungsmöglichkeiten werden als zentrale Variablen für die Untersuchung einer solchen 'Marktwirtschaft' (Braudel) entwickelt. Am Beispiel eines Stadtteils von Bangkok wird dargestellt, wie die großen Geschäfte die profitablen Segmente des Kleinhandels dominieren und weniger profitable Nischen den Kleinsthändlern und Hausierern überlassen. Es wird die wirtschaftliche Verschachtelung beschrieben, die von den Frauen und Männern, die ihre Waren aus Körben am Straßenrand verkaufen, über Geschäfte, Großhändler und Einkaufszentren bis in die modernen Banken reicht.

Schlagworte: Großstadt, Einkommen, Macht, Asien, Südostasien, Markt, Handel, Entwicklungsland, informeller Sektor, Versorgung, Kleingewerbe, Thailand, Marktform, Slum