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ZfS, Jg. 17, Heft 4 (1988)

Die Antinomien des Neofunktionalismus - Eine Auseinandersetzung mit Jeffrey Alexander

Hans Joas

Zusammenfassung: Seit dem Beginn der achtziger Jahre unternimmt ein Kreis jüngerer amerikanischer Soziologen um Jeffrey Alexander energische und spektakuläre Versuche, durch Anknüpfung an das Lebenswerk von Talcott Parsons der Soziologie zu einem einheitlichen und umfassenden theoretischen Gerüst zu verhelfen. In diesem Aufsatz werden Alexanders Verdienste bei der Rechtfertigung allgemeiner soziologischer Theorie (insbesondere Handlungs- und Ordnungstheorie) gewürdigt, zugleich aber Einwände gegen den Charakter von Alexanders Theorie erhoben. Die Prüfung von Alexanders metatheoretischen Überlegungen und seiner Interpretationen soziologischer Klassiker (Marx, Durkheim, Weber, Parsons) ergibt, daß Alexanders metatheoretischer Rahmen nicht geschmeidig genug ist, um die Problemlage der Klassiker wirklich zu rekonstruieren. Es werden Hinweise auf eine Handlungstheorie gegeben, die sich der Antinomie von Utilitarismus und Normativismus entzieht und damit theoretisch und interpretatorisch dem Erbe der soziologischen Klassiker angemessener ist.

Schlagworte: Handlungstheorie, soziologische Theorie, Funktionalismus, Metatheorie, Systemtheorie, Ordnungstheorie