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ZfS, Jg. 17, Heft 4 (1988)

Wertfreiheit und die Konstitution der Soziologie in Deutschland

Otthein Rammstedt

Zusammenfassung: Der Beitrag geht der Frage nach, warum sich die die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gründenden Sozialwissenschaftler 1909 so schnell und diskussionslos auf die Werturteilsfreiheit als demonstrativen Programmpunkt einigen konnten. Die Antwort wird darin gesehen, daß das dort als Prinzip angesprochene Phänomen ihnen seit den 1890er Jahren vertraut und selbstverständlich war. Zum einen, aufgrund des während und nach der 'Ära Stumm' auf sie ausgeübten politischen Druckes, zum anderen - tiefgreifender und folgenreicher - als Folge des einsetzenden Zweifels am Fortschritt, der die bislang bestehende Verflechtung von Positivismus und Sozialismus löst. Das Wertfreiheitsprinzip erklärt sich so als Resultat der generationsspezifischen gemeinsamen Erfahrung der Gründungsmitglieder der DGS.

Schlagworte: Entwicklung, Bundesrepublik Deutschland, historische Entwicklung, Soziologie, Wertfreiheit, Positivismus