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ZfS, Jg. 17, Heft 2 (1988)

Der Staatsanwalt - ein bürokratischer Faktor in der Verbrechenskontrolle?

Hans-Joachim Asmus

Zusammenfassung: In diesem Aufsatz sollen einige Elemente staatsanwaltlichen Handelns, als juristisches Handeln, in Umrissen entwickelt werden. Aussagen der Erörterungen sind neuere organisations- und bürokratietheoretische Interpretationen der Staatsanwaltschaft, die deren tatsächliches Handeln selbst zum Gegenstand der Forschung nehmen. Die hier im Ansatz zu entwickelnde theoretische Perspektive unterscheidet sich indes grundlegend durch die Explikation der Bedingungen, die als konstitutiv für das staatsanwaltliche Handeln, als berufsförmiges Handeln, angenommen werden. Bürokratische Elemente des Handelns sind dann eher als empirisch-historische Erscheinungsformen oder als mehr oder weniger vertretbare Abkürzungsprozeduren zu verstehen. Die begriffliche Fassung der Berufspraxis als berufsgemäße oder als wie immer anders geartetes Tätigkeitsmuster setzt in jedem Fall die intensive Interpretation der zu untersuchenden Sachverhalte voraus. Dieses Vorgehen wird anhand der Rekonstruktion einer Fallbearbeitung durch einen Staatsanwalt dargelegt. Dadurch wird der immanente Bezugspunkt juristischer Tätigkeit freigelegt, von dem aus die juristische Praxis erst beurteilt werden kann.

Schlagworte: Verbrechensbekämpfung, Bürokratie, Straftat, Verwaltungshandeln, Justizverwaltung, Staatsanwalt