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ZfS, Jg. 17, Heft 1 (1988)

Publizieren oder resignieren? Subjektive berufliche Perspektiven und Bewältigungsstrategien des Mittelbaus der Universität Bielefeld

Peter Borkenau, Daniele Kammer

Zusammenfassung: Es wurde eine schriftliche Umfrage unter den Angehörigen des Mittelbaus der Universität Bielefeld durchgeführt. Die Fragen zielten sich auf die wissenschaftliche Produktivität der einzelnen, ihre subjektiven Berufsaussichten, ihre Kontrollüberzeugungen und ihre Befindlichkeit. Unbefristet Beschäftigte gaben weniger Bedrücktheit, Verunsicherung und Besorgtheit an als befristet Beschäftigte, unterschieden sich aber nicht bezüglich ihrer wissenschaftlichen Produktivität. Die Zahl der Publikationen korrelierte bedeutsam mit 'Folgeereignissen' (Zitationen, Gastvorträge, Gastprofessuren, Reviewer- und Herausgeberfunktionen), ließ sich aber aus psychologischen Variablen wie Kausalattribution von Erfolg. Wirksamkeitserwartung und Bedrücktheit kaum prognostizieren. Es wurde ein 'paradoxes Muster' der Kausalattribution gefunden, insofern Personen mit höherer Publikationsrate Erfolg erwartungswidrig eher auf Glück und persönliche Beziehungen denn auf Fähigkeit und Anstrengung zurückführten. Es wird argumentiert, daß die gegenwärtigen Berufsaussichten des wissenschaftlichen Nachwuchses sich eher leistungshemmend als leistungsfördernd auswirken.

Schlagworte: Hochschule, Berufsaussicht, Produktivität, Attribution, Erfolg, Bundesrepublik Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Publikation, Fachliteratur, Wissenschaftler, Wissenschaftsbetrieb