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ZfS, Jg. 17, Heft 1 (1988)

Ein entscheidungstheoretisches Modell zur Analyse von Vermittlungsverfahren und das Konzept der Konfliktnähe

Dorothea Jansen

Zusammenfassung: In den letzten Jahren wird vor dem Hintergrund der Kritik an der gerichtlichen Konfliktverarbeitung und dem steigenden Geschäftsanfall der Justiz konsensuellen Streitregelungsverfahren große Aufmerksamkeit gewidmet. Falke und Gessner haben aufgrund einer funktionalistischen Analyse des Konflikts die Forderung nach Konfliktnähe eines Streitregelungsverfahren erhoben. Im vorliegenden Aufsatz wird anhand allgemeiner entscheidungs- und spieltheoretischer Überlegungen ein Modell entwickelt, das die Bedingungen der Inanspruchnahme und des Erfolgs von Vermittlungsverfahren aufzeigt. Die Schlußfolgerungen von Falke/ Gessner lassen sich innerhalb des individualistischen Ansatzes reproduzieren. Das Modell macht jedoch deutlich, daß die Rolle des Vermittlers und seine Ziele bisher zu wenig beachtet wurden. Es zeigt Gefahren auf, die mit einer Rechtspolitik der Ausweitung konsensueller Verfahren verbunden sein können.

Schlagworte: Modell, Konfliktregelung, Rechtsstreit