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ZfS, Jg. 16, Heft 6 (1987)

Haushalt, funktionale Differenzierung und soziale Ungleichheit - Evolutionäre Wandlungsprozesse

Franz Rothenbacher

Zusammenfassung: Die Theorie funktionaler Differenzierung ist der geeignetste Analyserahmen für die Evolution von Haushalt und Familie. Innerhalb dieses Bezugsrahmens behandelt dieser Beitrag die Frage, wie sich funktionale Differenzierung auf den Haushalt unterschiedlicher Statusgruppen auswirkte. Sekundäranalysen der deutschen Haushaltsstatistik zeigen, wie mit wachsender sozialer Arbeitsteilung die Vielfalt unterschiedlicher Haushaltstypen verschwindet, um dem 'privatisierten' Haushalt des abhängig Erwerbstätigen Platz zu machen. Haushalte unterschiedlicher Statusgruppen homogenisierten sich sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer Struktur. Diese säkulare Homogenisierungstendenz beruht auf der Ausgliederung der Familienfremden und einer Angleichung des statusspezifischen generativen Verhaltens. Die säkulare Angleichung der Haushalts- und Familienstruktur kann als Indikator für die Auflösung früher vorhandener Sozialmilieus und eine Angleichung der Lebensbedingungen in diesem Bereich betrachtet werden.

Schlagworte: Privathaushalt, Arbeitsteilung, soziale Differenzierung, Familie, generatives Verhalten, soziale Umwelt, Lebensweise