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ZfS, Jg. 16, Heft 5 (1987)

Substantielle Komplexität der Arbeit als zentrale Dimension der Jobstruktur

Hans Benninghaus

Zusammenfassung: Der vorliegende Forschungsbericht befaßt sich mit der Frage, welchen Beitrag verschiedene Dimensionen beruflicher Tätigkeit, insbesondere die substantielle Komplexität der Arbeit, zur Vorhersage verschiedener Zufriedenheits-, Persönlichkeits- und Befindensvariablen leisten. Auf der Basis von Querschnittdaten einer Befragtenstichprobe von 499 männlichen Beschäftigten (Arbeitern, Angestellten und Beamten) des öffentlichen Dienstes werden mit Hilfe multipler linearer Regressionsanalysen die Zufriedenheit mit der Arbeit, die Zufriedenheit mit dem Job, das Selbstwert- und Kompetenzgefühl, die Depressivität und psychosomatische Beschwerden sowie das physische und psychische Befinden der Beschäftigten mit den Tätigkeitsmerkmalen (Jobdimensionen) Aufgabenvielfalt oder 'Skill Variety', Entscheidungsspielraum oder 'Decision Latitude', psychische Jobanforderungen oder 'Job Stressors/ Job Demands' und Umgang mit anderen Personen oder 'Interaction' vorhergesagt. Dabei erweist sich die Dimension Aufgabenvielfalt oder 'Skill Variety' als der mit Abstand beste Prädiktor sämtlicher Kriteriumsvariablen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, daß die Dimension Aufgabenvielfalt oder 'Skill Variety' eine wichtigere Rolle in der Jobstruktur spielt, als ihr weithin zugemessen wird; sie unterstützen die Feststellung Kohns und Schoolers (1982: 1256), daß 'die substantielle Komplexität der Arbeit das A und O der ganzen Jobstruktur' ist.

Schlagworte: Arbeit, Zufriedenheit, Arbeitszufriedenheit, Bundesrepublik Deutschland, Berufstätigkeit, psychische Faktoren, Komplexität, öffentlicher Dienst, Persönlichkeitsmerkmal, psychosomatische Faktoren, Qualifikationsanforderungen, Tätigkeitsmerkmale