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ZfS, Jg. 16, Heft 2 (1987)

Alltagswissen und soziale Probleme - Strukturmerkmale und Bestimmungsgründe am Beispiel von Laienkonzepten

Harald Klingemann

Zusammenfassung: Hauptziele der Untersuchung sind eine dimensionale und kausale Analyse alltagstheoretischer Konzepte über Drogen-, Alkohol-, Kriminalitäts- und Jugendprobleme. Die Studie, welche 1984/85 in drei Gemeinden der Innerschweiz bei 576 Befragten durchgeführt wurde, knüpft an konkrete öffentliche Auseinandersetzungen um therapeutische Drogenwohngemeinschaften an, um so der postulierten grundlegenden Praxis-/ Situationsorientierung von Laientheorien gerecht zu werden. Als Analyseinstrument kommt die computerunterstützte Inhaltsanalyse zum Einsatz. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß ein komplexes Wissen über soziale Probleme besteht, welches gleichzeitig durchgängig normativ besetzt ist und zum einen durch Schichtzugehörigkeit, zum anderen vor allem aber über die Vermittlung von Problemwissen durch relevante Bezugsgruppen beeinflußt wird. Konsequenzen für praktische Präventionspolitik ergeben sich vor allem hinsichtlich der Notwendigkeit, Botschaften an der 'Logik' der Adressaten auszurichten. Zielgruppen aufgrund der identifizierten strukturellen Bedingungen zu definieren und den Multiplikatoreffekt glaubwürdiger, informeller Bezugsgruppen auszunutzen.

Schlagworte: Jugend, Droge, Alkohol, soziales Problem, Theorie, Alltagstheorie, Alltagswissen, Laie