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ZfS, Jg. 16, Heft 1 (1987)

Selbststeuerung als funktionales Äquivalent zum Recht? Zur Steuerungskapazität von neokorporatistischen Arrangements und reflexivem Recht

Franz Traxler, Georg Vobruba

Zusammenfassung: Das Offenkundigwerden von Grenzen regulativen Rechts als Steuerungsmedium hat in der sozialwissenschaftlichen Diskussion das Interesse an Steuerungsäquivalenten geweckt. Insbesondere neokorporatistische Arrangements und das Konzept reflexiven Rechts finden unter diesem Aspekt Aufmerksamkeit. (1) Der erste Teil der Untersuchung widmet sich theoretisch dem Verhältnis von rechtlicher Steuerung und Selbstregulierung. Dies läuft auf die Frage hinaus, wieweit Solidarität, Tausch und Zwang geeignet sind, Erwartungssicherheit in einer dem Recht analogen Weise zu stabilisieren. (2) Im zweiten Teil der Untersuchung geht es um die empirische Auslotung der Selbststeuerungspotentiale neokorporatistischer Arragements. Dies erfolgt am Beispiel der Paritätischen Kommission innerhalb der österreichischen Sozialpartnerschaft und am Beispiel der internen Selbstregulierung der Unternehmerverbände der chemischen Industrie Österreichs. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß neokorporatistische Arrangements zwar über ein emergentes Steuerungspotential verfügen, ihr Funktionieren aber - anders als das Konzept reflexiven Rechts es vorsieht - selbst regulatives Recht als Voraussetzung hat.

Schlagworte: Verband, Unternehmerverband, Kommission, Kapazität, Steuerung, Recht, Österreich, chemische Industrie, Korporatismus, Selbststeuerung, Sozialpartnerschaft