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ZfS, Jg. 15, Heft 6 (1986)

Die Weltflucht der Mönche. Anmerkungen zur Funktion des monastisch-aszetischen Schweigens

Peter Fuchs

Zusammenfassung: Diese Studie versucht eine theoretische Annäherung an das Phänomen der Weltflucht der Mönche. Ein kurzer Rückblick auf frühere Versuche zeigt die Notwendigkeit einer breiteren theoretischen Orientierung. Apotaxis (= Weltflucht) wird beschrieben als Effekt einer Paradoxie, die durch den Code des Religionssystemes (Immanenz/ Transzendenz) entsteht. Die zentrale These ist, daß die religiöse Weltflucht der frühen Christenheit Systeme (Orden) produziert, die in der Kirche die Funktion des Latenzschutzes erfüllen können. Schweigen wird begriffen als Verstärkung von Apotaxis. Die Struktur des Kartäuserordens wird skizziert als Beispiel für ein System, dessen Funktion es ist, die Reinheit von Kirche und Orden trotz deren Weltlichkeit zu garantieren.

Schlagworte: Religiosität, Christentum, Codierung, Orden, soziale Isolation, Weltbild, Schweigepflicht, Mittelalter, Sprechen, Systemstabilität, kirchliche Organisation, Symbol, Kloster, Kommunikationsfähigkeit