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ZfS, Jg. 15, Heft 6 (1986)

Alltagspraxis und informelles Wirtschaften. Die "dichte Beschreibung" eines Kairoer Stadtviertels

Hans-Günter Semsek

Zusammenfassung: Im folgenden Aufsatz wird die spezifische soziale Welt eines alten islamischen Stadtviertels in Kairo 'dicht' beschrieben. Die informelle ökonomische Struktur des Altstadtviertels bildet den Hintergrund für die sozialen Konflikte, in denen aluminiumverarbeitende Warenproduzenten durch ihre Rohstoff-Abhängigkeit zu den großen Vermittlerfiguren zwischen Staat und lokaler Gemeinschaft stehen. Die Darstellung der Alltagspraktiken im Viertel orientiert sich an der Geschlechtertrennung (Segregation), der Verpflichtung zur gegenseitigen Hilfe (Reziprozität), der Konfliktschlichtung durch die Intervention lokaler Patrone und wird durch ein ausführliches Fallbeispiel dokumentiert. Es wird vorgeführt, daß soziale Welten als intersubjektiv beherrschte Reiche begriffen werden können, in denen ökonomische und nicht-ökonomische Alltagspraktiken mit dem Ziel der Überlebenssicherung miteinander verflochten sind.

Schlagworte: Verwandtschaft, Arbeitsteilung, Abhängigkeit, Geschlechtsrolle, Ägypten, Nordafrika, arabische Länder, Nahost, Entwicklungsland, informeller Sektor, Autorität, Handwerk, Afrika, Familie, Hilfeleistung, Schattenwirtschaft, Altstadt, staatliche Einflussnahm