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ZfS, Jg. 15, Heft 5 (1986)

Utilitaristische Konzepte in der Soziologie. Eine soziologische Kritik von Homans bis zur Neuen Politischen Ökonomie

Manfred Trapp

Zusammenfassung: Der ökonomische Ansatz in Soziologie und Politikwissenschaft nimmt für sich in Anspruch, als eine bestimmte Denkweise die verschiedensten Gegenstandsbereiche besser zu erklären. Er krankt freilich seinerseits an einer Reduktion sozialer Verhältnisse auf einen inhaltlich unbestimmten Nutzenkalkül. An Homans und anderen Vertretern der Austausch-Theorie wird gezeigt, daß der Nutzenbegriff leer ist oder zirkulär definiert wird und daß er nicht imstande ist, soziale und politische Voraussetzungen des individuellen Handelns zu erklären, obwohl sie auch in die individuellen Präferenzen eingehen. Als Universalwissenschaft, die Politikwissenschaft und Soziologie unter sich subsumiert, ist der ökonomische Ansatz ungeeignet. An der Neuen Politischen Ökonomie kann gezeigt werden, daß sie ein Verständnis des Zusammenhangs zwischen privatem Interesse und allgemeinen Existenzbedingungen einer Gesellschaft erschwert statt erleichtert.

Schlagworte: Nutzen, Interaktion, Messung, Kritik, Verhalten, Austauschtheorie, Gerechtigkeit, Lerntheorie, Utilitarismus, politische Ökonomie