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ZfS, Jg. 15, Heft 4 (1986)

Städtische Arme auf der Suche nach Sicherheit und die kenyanische Sozialpolitik

Dieter Neubert

Zusammenfassung: Neue Konzepte in der Entwicklungspolitik, wie Grundbedürfnisstrategie, sollen die Selbsthilfekräfte der Ärmsten stärken. Die erwarteten Erfolge sind aber ausgeblieben. Die zugrunde liegenden Probleme können anhand der Maßnahmen untersucht werden, die in Kenya diesem Konzept folgen. Dabei zeigt es sich, daß politische Programme nur dann erfolgreich sind, wenn bei der Konzeption der Angebote die Handlungsstrategien der späteren Nutzer, in diesem Falle sind dies Arme, berücksichtigt werden. Die Nutzer kombinieren, um ihr Überleben zu sichern, Einkommen aus verschiedenen Ressourcen. Neben ökonomischen Aktivitäten, bestehenden oder neuaufzubauenden sozialen Netzen und kooperativen Organisationen stellen öffentliche Leistungen nur eine Ressource unter anderen dar. Im Gegensatz zu anderen Überlebensressourcen ist die Nutzung öffentlicher Leistungen höchst unsicher. Sie verfehlen deshalb die auf die Herstellung von Sicherheit ausgerichteten Handlungsstrategien der Nutzer und bleiben weitgehend ineffektiv.

Schlagworte: Stadtbevölkerung, Entwicklungsstrategie, öffentliche Leistung, Armut, Sozialpolitik, Entwicklungsland, informeller Sektor, Afrika, Nutzung, Dritte Welt, Selbsthilfe