Logo in der Kopfzeile
Kopfzeile

ZfS, Jg. 15, Heft 2 (1986)

Führt die Angleichung der Bildungschancen zum Abbau geschlechtsspezifischer beruflicher Segregation?

Johann Handl

Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag nimmt die Frage auf, in welchem Umfang die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes, die von vielen Autoren auch als Ursache der Benachteiligung von Frauen in anderen Lebensbereichen angesehen wird, durch die Angleichung der Bildungschancen zwischen den Geschlechtern in der Nachkriegsperiode verringert werden konnte. An Hand einer log-linearen Analyse von Materialien aus dem Mikrozensus kann gezeigt werden, daß die unbestreitbare Angleichung der Bildungschancen zwischen den Geschlechtern in der Nachkriegszeit nur von einer äußerst geringen Reduzierung beruflich segregativer Strukturen begleitet war. Dies deshalb, da im Strukturwandel des Beschäftigungssystems der nicht über Bildungsunterschiede vermittelte Teil beruflicher Segregation an Bedeutung gewonnen hat und die positiven Effekte der Angleichung der Ausbildungsvoraussetzungen neutralisiert hat.

Schlagworte: Bildungschance, Berufsaussicht, Bundesrepublik Deutschland, Diskriminierung, Frau, Frauenerwerbstätigkeit, Segregation, Nachkriegszeit