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ZfS, Jg. 14, Heft 6 (1985)

Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung - Ein Diskussionsvorschlag

Uwe Schimank

Zusammenfassung: Bisherige systemtheoretische Analysen gesellschaftlicher Differenzierung leiden darunter, daß sie keine zufriedenstellenden ursächlichen Erklärungen von Differenzierungsvorgängen geben können. Fortschreitende gesellschaftliche Differenzierung läßt sich weder auf dadurch realisierbare Effizienz- und Effektivitätsgewinne noch auf das Wirken evolutionärer Mechanismen zurückführen. Vielmehr muß gesellschaftliche Differenzierung als das Ergebnis des interessenbezogenen und einflußgestützten Handelns einer Vielzahl gesellschaftlicher Akteure im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion konzeptualisiert werden. Das erfordert den Einbezug intentionaler Akteure in die Systemtheoretische Begrifflichkeit, was hier mit der Unterscheidung bloß handlungsprägender von darüber hinaus handlungsfähigen Sozialsystemen versucht wird.

Schlagworte: Interesse, Gesellschaft, Handlung, Differenzierung, soziales System, Systemtheorie