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ZfS, Jg. 14, Heft 4 (1985)

Konventionelle und unkonventionelle politische Partizipation

Karl-Dieter Opp

Zusammenfassung: Es wird ein nicht-rekursives Modell vorgeschlagen und an Daten über Kernkraftgegner empirisch geprüft, in dem konventionelle (d.h. legale) und unkonventionelle (d.h. illegale) Partizipation erklärt werden. Dabei wird die Theorie kollektiven Handelns von M. Olson angewendet und in zweierlei modifiziert: Der aus der Sicht der Akteure wahrgenommene (und nicht der objektiv gegebene) Einfluß auf die Eliminierung kollektiver Übel - hier Nutzung der Atomenergie und Ablehnung der politischen Ordnung - wird berücksichtigt; als selektive Anreize werden nicht-materielle Anreize (z.B. internalisierte Gewaltnormen und Sanktionen) in das Modell einbezogen. Es zeigte sich u.a., daß - im Gegensatz zu der Theorie Olsons - Präferenzen für die Eliminierung kollektiver Übel und auch nicht-materielle Anreize wichtige Determinanten für beide Partizipationsformen sind. Darüber hinaus wurde eine reziproke kausale Beziehung zwischen diesen gefunden.

Schlagworte: Erklärung, Kernenergie, Gewalt, Nutzung, Handlungsspielraum, Modellentwicklung, Kollektivverhalten, politische Partizipation