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ZfS, Jg. 14, Heft 1 (1985)

Lieben für den Staat? Über das Dilemma konservativer Familienpolitik

Wolfgang Fach, Anne Drescher

Zusammenfassung: Die gegenwärtige Sorge des Staates um seine Familien hat Tradition, die konservative Trias Liebe-Ehe-Kind (Hegel) will nicht funktionieren. Diese Dreieinigkeit ist freilich nie intakt gewesen - ein Grund fortwährender Korrekturanstrengungen. Als Kinder im 19. Jahrhundert noch vorrangig dem ökonomisch kalkulierenden Privatinteresse entwuchsen, ängstigte sich der Staat um ihre Qualität, weil sie von den Eltern skrupellos ausgebeutet wurden. Heute quält ihn die Sorge um die Quantität. Kinder sind ökonomisch nicht mehr notwendig und werden zur emotionalen Last: sie stören die 'innerliche' Liebe, die den zunehmend härteren Alltag kompensieren soll. Privates und öffentliches Nachwuchskalkül fallen auseinander - die staatlichen Anstrengungen, beides wieder zusammenzubringen, scheitern: weder die 'linke' Strategie, Kinder individuell erträglich zu machen, noch der 'rechte' Appell an Mutterliebe und -pflichten können Erfolg haben. So bleibt der Widerspruch zwischen öffentlich geforderter 'sittlicher' Liebe und privatem Gefühl, mit dem 'kein Staat zu machen ist'.

Schlagworte: Konzeption, Staat, Interdependenz, Kinderwunsch, Familienpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Liebe, generatives Verhalten